Loyalität ist der ehrlichste Beweis von Respekt. 

Es ist schon faszinierend mit anzusehen, was passiert, wenn man für ein paar Wochen ausfällt. Egal, ob man nun in einem Kellerloch, einer Intensivstation oder auf Tante Ernas Schlafsofa versauert, es dauert nicht lange und schon gehen einem Menschen mit fürsorglichem Geplänkel gehörig auf das ohnehin schon durchhängende Gemächt. Man darf nicht einmal kurz verschwinden, um Kippen in Malta zu holen, ohne ständig ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Dabei müsste ich mich gar nicht schlecht fühlen, da ich meiner Arbeit seit Jahrzehnten – ja, ich kannte Kaiser Wilhelm noch persönlich und habe seine Helmspitze auf Hochglanz poliert – gewissenhaft nachkomme, ohne zu klagen oder etwas liegen zu lassen. Na gut … manchmal klage ich dann doch, denn unser Land versinkt im Chaos und sucht förmlich nach der Vernichtung unserer Kultur.

Als Arschkriecher hat man’s heutzutage nicht leicht.
Es gibt Ärsche, vor denen man Schlange stehen muss,
bis man endlich dran ist.
Claudio Michele Mancini

Vernunft braucht manchmal eine Pause

Aber wir waren ja bei meiner nichtsnutzigen Verfehlung der Nichtanwesenheit stehen geblieben. Nun kann es eben passieren – ich bitte vielmals um Entschuldigung – dass man nicht ganz so auf der Höhe ist. Sei es mein stetig steigender Blutdruck aufgrund der wachsenden Volks- und Medienverblödung inkl. korrupter Politiker, die sich inzwischen von allen Moralvorstellungen verabschiedet haben, die man früher – wenigstens manchmal – nicht einmal ansatzweise hinterfragen musste. Da wurde Moral oder Verantwortung noch großgeschrieben.

Hoppla … Groß- und Kleinschreibung ist ja inzwischen genauso hinüber, wer achtet denn noch auf solche banalen Dinge?! Na ich natürlich … sonst noch jemand anwesend, der deutsche Rechtschreibung knuddeln möchte?

Entschuldigung, ich war in einem Gedankenstau

Jedenfalls hatte ich mich für ein paar Wochen einfach mal zurückgezogen, da mir meine linke – oder war es die rechte? – Herzkammer keine wirklich große Freude bereitet hatte. Liegt wohl am Alter … aber wer den Preußen die Pferde gesattelt hat, der darf ruhig auch mal im Mist liegen bleiben. Bin ich dann auch, jedoch schien das einigen Unternehmen und Agenturen nicht zu passen. Sorry, da ist man mal Mensch und schwupps, schon wird man angepisst. Dabei muss man erwähnen, dass ich ehrlich gesagt die Schnauze voll habe, dass keiner mehr sieht, was wir hier eigentlich leisten.

Dieser phänomenale Aufruf – nicht der erste dieser Art, ich sollte wohl Gewerkschafter werden – geht an alle Bosse, Möchtegern-Chefs und Abteilungs-/Teamleiter, die ihre Mitarbeiter den lieben langen Tag nur mit dummen Sprüchen malträtieren und herum kommandieren, selbst jedoch nur davon leben, dass eben genau diese Menschen [Arbeiter] sich den Allerwertesten aufreißen, damit ihre Vorgesetzten glänzen können.

Alle Kriechtiere sind im Aussterben begriffen,
nur die Arschkriecher nicht!

Meine absoluten Lieblinge sind sogenannte Abteilungsleiter: aus meiner Sicht, jedenfalls heutzutage und ganz speziell in Deutschland, sind das die Typen, die nur aufgrund von schmierig-affektierten Ansichten, die dem Chef besonders gut gefallen, glänzen können. Aus deren Meinung könnte man locker den analen Vaseline-Haushalt einer Jahres-Porno-Produktion geschmeidig halten.

Naja … die Karriereleiter hängt bereits so tief im Popöchen des selbstverliebten Chefs, dass dieser ohnehin ständig den tief-triefenden Schleimbeutel der Abteilung überall mit hinschleppen muss. Sie denken, ich übertreibe? Dann sind Sie, was unsere Wirtschaft angeht, entweder blind, taub, beides oder ein echt flutschiger Schleimgenosse der Güteklasse A.

Das Leben ist hart, doch ich bin härter

Nun bin ich doch glatt auf der Schleimspur meiner Erklärung des Verschwunden-Seins ausgerutscht. Schlamperei! Nun gut … ich liege also faul auf meiner Federkernmatratze – der besten, die ich jemals getestet habe [was für eine beknackte Werbung] – und stelle mit großem Unmut fest, dass mich einige Partner nicht mehr liebhaben. Menno … und das alles nur, weil ich mal ein kleines Nickerchen gemacht und mich ausgeruht habe. Geht ja gar nicht!

Stellen wir das einmal kurz klar: wir kreieren dieses Magazin inzwischen für ‘nen Appel und ‘nen Ei, während große Medienhäuser [Sie können gerne nachdenken, wer sich hinter diesen Schurken verbirgt] nur noch am Absahnen sind. Ich weiß … darüber habe ich mich auch schon aufgeregt und das seit Jahren … armer kleiner Hendrik.

Nun ja … ich hatte aber auch schon erwähnt, dass ich mich nicht mehr echauffieren möchte. Warum tue ich es dann trotzdem erneut? Weil ich für meine Arbeit und meinen Idealismus brenne! Und nach wie vor der Meinung bin, dass echte, aufrichtige Leistung ordentlich entlohnt werden sollte! Dafür lohnt es sich zu kämpfen und Herzkammerflimmern, ich bitte Sie, gehört zu einem guten Kampf. Stalingrad war auch kein Kindergeburtstag [O-Ton meines Großvaters].

Wer den Papst zum Vetter hat, kann leicht Kardinal werden

Ich selbst habe den Fehler begangen, eine Loyalität für Firmen und Produkte an den Tag zu legen, dass es jeden Spartaner zum Heldengruß animieren müsste. Nur … Loyalität ist scheinbar nicht mehr gefragt, geschweige denn innovatives Denken oder provokative Ideen, die zum Erfolg führen könnten [die Betonung liegt auf „könnten“, denn wer wagt denn heutzutage noch etwas in den Chefetagen?].

Lieber wird geklaut oder seit Jahren das immer gleiche Werbemuster durchgekaut. Veränderungen führen zu neuen Ufern, aber dafür müsste man sich auch zu diesen Ufern bewegen. Jedoch ist das in einem schwerfällig gewordenen, verkrusteten System, welches von Vettern- und Bananenwirtschaft lebt, unmöglich. Ein höchst ungerechtes System, aber das wissen wir doch längst.

Feuer durch Feuer, Schreiben durch Liebe

Mein Spitzname ist nicht umsonst „Brainfire“, denn wenn ich glühe, dann brennt die Landschaft, dann lodert das Feuer ganz tief in den dampfenden Pupillenvertiefungen und meine schwelenden Venen gleichen Lavaströmen, die ihren Weg in die schmorende Denkzentrale suchen. Um es sinnbildlich zu erklären: wäre ich damals der Dampfkessel der Titanic gewesen, hätte sich der Eisberg bereits im Vorfeld verflüchtigt.

Mein größtes Problem – dies liegt wohl an meiner Kindheit, aber ich möchte nicht mit meiner Biographie Leute langweilen – ist Ungerechtigkeit. Und da draußen gibt es mehr denn je Ungerechtigkeiten jeglicher Art, für die es zu kämpfen gilt.

Ergo: ich gebe nicht auf, niemals nie! Nur ändere ich nun meine Strategie, denn es wird persönlich. Ich benötige keine Kohle mehr, um meine Meinung über Produkte, Unternehmen oder Menschen zu äußern. Ich werde auch keine PR-Agenturen mehr belästigen, denn dort wird man ohnehin von den meisten PR-Managern angelogen oder es werden falsche Zusagen versprochen, nur um eine Veröffentlichung umzusetzen, die man selbst nie so verfassen würde.

Ich bilde mir ab sofort selbst meine Meinung und tue diese auch kund, egal, was man mir vorwirft, mir subjektiv an den Kopf knallt oder mir androht.

Dummheit nährt sich aus Dummheit

Das Problem unserer Gesellschaft ist das Wegsehen und das fast alle Medien dummen Menschen erlauben, ihre unerträgliche Blödheit in die Welt hinauszutragen, nur um ein paar Klicks oder Werbeminuten zu ergattern. Meine Güte und diese fahlen Hirntoten werden dafür auch noch bezahlt! Wie genau nennt man das dann eigentlich: die Macht der Dummheit?!

Leben heißt Kämpfer sein

Nun … ich kann jetzt jedenfalls mit ruhigem Gewissen über Dinge schreiben, mich auslassen, sogar austoben und entscheide selbst, wen oder was ich gut oder schlecht finde.

Das BOND Magazin gibt es weiterhin, nur in unregelmäßigen Zeitabständen. Wir haben keine Mediendaten, wir verlangen kein Geld, wir wünschen uns nur, dass Menschen endlich wieder mit dem Nachdenken anfangen und unsere einstmals großartige deutsche Denkkultur wieder zu schätzen lernen.

Dieses Magazin kostet unheimlich viel Kraft und emotionale Leidenschaft. Ein echtes „Danke schön“ haben wir in mehr als 10 Jahren selten dafür erhalten. Also warum und für wen sollen wir es weiter produzieren? Für Unternehmen, denen sowieso alles egal ist?! Diese Entscheidung treffen wir nun ganz allein … genauer gesagt liegt es in meinem Ermessen … Punkt.

Ach ja … und sollten Sie ein tolles Magazin suchen, welches sich wirklich noch Mühe gibt, dann achten Sie einfach auf die Werbung innerhalb der Lektüre. Sollte da ein Autobauer, eine Bank oder ein Energiebetreiber auftauchen, dann wissen Sie bereits im Vorfeld, woher der ergaunerte Schotter und die subjektive Meinung rühren; es ist im Grunde nichts wert.

Mein Kampf gegen Raffgier,
nie war er so wertlos wie heute

Solange, bis sich Top-Manager öffentlich für Ihre Betrügereien entschuldigen, bis wir von der Politik und Kirche wieder ernst genommen werden und Glaubhaftigkeit in unsere Herzen zieht. Nun … ich war früher auch so naiv, habe an Regeln oder Moral geglaubt und werde täglich eines Besseren belehrt. Nur ändere ich mich, nutze mein Alter, um Jüngeren zu helfen. Insider nennen das übrigens Weisheit.

Noch eine kleine Bitte: nennen Sie mich niemals Journalist, Blogger oder Influencer, diese Bezeichnungen haben alle an Bedeutung verloren: ich bin ein Freigeist, der für seine Ideale einsteht und heller denn je brennt [sich manchmal leider auch die Finger verbrennt] … mehr nicht.

Ganz nach der Devise: es ist besser auszubrennen, als zu verblassen.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen, erfolgreichen und glücklichen Tag.

Hendrik Birke