Liebe bedeutet über Grenzen zu gehen,
sogar weit darüber hinaus!

Warum fällt es – insbesondere uns Männern – so schwer „Ich liebe Dich“ der Angebeteten mit glückseliger Wonne und Sonne im Herzen entgegen zu schmettern? Liegt es daran, dass Frauen prinzipiell der Meinung sind, dass wir bösen Buben dann etwas ausgefressen haben? Oder nur ein spezieller Anlass, wie beispielsweise Valentinstag, Weihnachten oder der Jahrestag dafür der Grund sein müssen? Wann schafft es ein Mann diese Worte ohne Stottern und bebender Stimme in die heimelige Ohrmuschel zu flüstern?

In guten wie in schweren Tagen
– das bedeutet Partnerschaft, das bedeutet Liebe.
Hendrik Birke

Betrachten wir uns „Ich liebe Dich“ näher

Wir Männer „lieben“ sehr viele Dinge. Unsere süßen Rotzgören, unseren prestigeträchtigen Nobelhobel, knallharten Sport in der heimischen Glotze, einen gut sortierten Kühlschrank voll eisgekühlter Getränke, unsere über die Jahre hinweg körperproportionierte Couch und etwas Delikates zum Schnabulieren vom lodernden Holzkohlegrill. Moment … und natürlich unsere innig verehrte Frau, Freundin oder Geliebte – was gerade so greifbar ist. Die Reihenfolge der ans männliche Herz gewachsenen Dinge variiert natürlich im Laufe der Jahre und damit auch die Wortwahl; was es der Spezies Mann aber nicht einfacher macht „Ich liebe Dich“ zu sagen.

Wer Liebe schenkt, erntet Vertrauen

Wann ist der richtige Moment für Gänsehautatmosphäre? Auffällig ist die Tatsache, dass ein geschriebenes „Ich liebe Dich“ einfacher fällt, als die Wortwahl beim persönlichen Augenkontakt. Und falls man[n] sich doch zu einem Liebesgeständnis durchringt, dann sind ausländische Artikulationen wie „Ti Amo“, „I love you“ oder „Je t‘aime“ definitiv einfacher in Worte zu fassen als deutsches Wortgut. Liegt es daran, dass wir Deutsche in der sprachlichen Vergangenheit eine zu harte oder langsilbige Formulierung erfunden haben? Daran kann es nicht liegen, ansonsten würden wir sicherlich nicht nach deutschen Synonymen und Sätzen wie „Ich mag Dich“, „Du bist mein Schatz“ oder „Ich hab Dich ganz doll lieb“ suchen.

Das Problem ist eher die Kombination aus „Liebe“ und „Dich“. Denn „Liebe“ ist – und das wissen wir feinsinnigen Männer ganz genau – etwas so Gigantisches, so Mächtiges, so Feinfühliges, mit so viel Herzschmerz verbundenes, das wirft man[n] nicht einfach so in den Raum. Das kommt von ganz innen und ist – ähnlich wie eine Fußballweltmeisterschaft – ein kaum beschreibbares Glücksgefühl.

Sensible Forschungsarbeit bei der korrekten Wortwahl!

Es laut zu sagen, hinauszurufen, in den Wind zu schreien, ohne Hemmungen, das fällt sehr schwer und kann man[n] nur nach entsprechender männlicher Entdeckungsreise. Oft wird uns Männern unterstellt, dass wir nur mit unserem besten Kameraden unterhalb der Gürtellinie denken. Stimmt … das machen wir auch. Nur, unser bester Kamerad entscheidet in einer empfindlichen Vorauswahl, ob aus einem kleinen Techtelmechtel eine große Liebe entstehen kann. Dafür sind beste Kumpels doch auch da. Warum sollte unser Gehirn nicht durch eine mehr oder weniger große „Antenne“ sensible Forschungsarbeit für unser weiteres Dasein leisten. Dies ist auch der Grund, warum viele Männer nach einer Nacht nicht mehr zurück rufen. Da war keine Liebe im Spiel, sondern durch sensible Prüfung stellte sich heraus, dass diese Dame nicht die richtige war. Es passte einfach nicht für das große „Ich liebe Dich“.

Es sei uns Männern verziehen, denn auch Frauen sind hinsichtlich eigener Forschungsergebnisse und tagelangen wissenschaftlichen Auswertungen mit weiblichen Artgenossinnen ähnlich bemüht den Richtigen zu finden.

Liebe ist ja eigentlich nur ein Wort.
5 Buchstaben, nicht mehr, nicht weniger

Dieses eine Wort birgt so viel Macht, kann so viel erreichen, aber auch zerstören, wenn es den falschen Menschen erreicht oder falsch formuliert wird. Liebe ist ein so empfindliches Wort, dass „ER“ sorgfältig überlegt, wem er es in der entsprechenden Wortkombination gesteht.

Soll das etwa bedeuten, dass wir Männer unsere Wortwahl tiefsinniger treffen als das weibliche Geschlecht? Nein … wir Männer denken tatsächlich darüber nach, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um es der durchweg sympathischen Herzdame mitzuteilen. Nämlich dann, wenn wir merken, dass es eine wahrhafte Weggefährtin ist, die es auch verdient, geliebt zu werden. Eine Frau, die mit uns gemeinsam den Weg des Lebens beschreitet.

Ein Mann überlegt sorgfältig, wem er sein Fahrzeug leiht, wem er seine Seele anvertraut und sein größtes Vertrauen und damit seine Liebe und sein Leben schenkt. Leben ist im Grunde dasselbe wie Liebe, denn aus Liebe entsteht Leben.

Liebe bedeutet Partnerschaft

Die entscheidende Frage liegt jedoch viel tiefer, vor allem für die Damenwelt: Wann liebt er, wann entbrennt ein Mann von ganzem Herzen für die berühmten Worte? Ein vergessener Valentinsgruß? Eine Unachtsamkeit hinsichtlich des gemeinsamen Jahrestages? Dies sind nur theoretische Zeitfenster! Nicht durch Worte lieben Männer, sondern durch Taten.

Achten Sie darauf, wie er Sie betrachtet, wie er Sie berührt, nach Ihren Gesten sucht, mit seinen Augen verschlingt, dem Klang Ihrer Stimme lauscht und trotz männlichen Stolzes nach weiblichem Rat sucht. Gedankenlosigkeit oder kein adäquates Geschenk zu marketingstrategischen Anlässen wie Valentinstag haben nichts damit zu tun, dass er Sie nicht [mehr] liebt.

Eine herausragende männliche Eigenschaft ist die ständige Suche nach neuen Herausforderungen und neuen Abenteuern. Der männliche Geist möchte hinausfliegen und den Schatz heben … und dieses Gut mit seinem unersetzbaren Weib teilen.

In guten wie in schweren Tagen

Für uns Männer bedeutet Liebe zum Partner insbesondere Zusammenhalt, egal, welcher Sturm am Horizont aufzieht, wir halten zusammen. Wir segeln unser Schiff über die höchsten Wellen, überqueren gemeinsam die tiefsten Flüsse, erobern im Zweiklang unserer Herzen die höchsten Gipfel und kämpfen Rücken an Rücken die größten Schlachten. Denn wenn die Schlacht geschlagen, sich der Sturm gelegt und wir gemeinsam für eine Sache gekämpft haben, erst dann können wir auch mit den Tiefen – die es in jeder Beziehung gibt – umgehen und verstehen, was Liebe füreinander eigentlich bedeutet.

Kein Verrat, keine Lügen, kein Besitzdenken, gemeinsam durch Dick und Dünn

Wir Männer möchten die Welt gerne mit unserer besten Freundin, unserer Geliebten, unserem Weib entdecken und frei erl[i]eben. Denn wofür lohnt sich die Liebe, wenn nicht für die eine Frau, die begehrenswerte Weggefährtin und Vertraute des Herzens!

Liebe bedeutet über Grenzen zu gehen, sogar weit darüber hinaus, um neue Grenzen zu erfahren, zu erleben, letztendlich wieder gemeinsam das Vertraute aufs Neue zu entdecken und zu lieben.

Ohne Girl, kein Bond. Ohne Julia, kein Romeo. Ohne Sally, kein Harry. Ohne Bonnie, kein Clyde. Ohne Trinity, kein Neo. Ohne Lady, kein Gentleman.

Ohne Dich … keine Liebe.

Hendrik Birke