Ulysse Nardin: unangefochtener Pionier uhrmacherischer Innovationen.

Was in den frühen 80er Jahren ohne Rolf W. Schnyder aus Ulysse Nardin geworden wäre, mag man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Infolge der Quarzkrise, welche auch den Mitbewerbern mächtig zu schaffen machte, durchlebte die 1846 gegründete Traditionsmarke eine schwierige Epoche. Mit der Übernahme durch den visionären Unternehmer machte sich ab 1983 ein neuer, von Innovation geprägter Geist bei Ulysse Nardin breit. Nicht zu widerlegende Beweise sind anerkannte Meilensteine der Zeitmessung wie beispielsweise 1985 das Astrolabium Galileo Galilei, 1988 das Planetarium Nicolaus Copernicus, 1992 das Tellurium Johannes Kepler oder 1996 der Perpetual Ludwig, ein bis dahin einmaliger ewiger Kalender.

Jede Innovation ist ein Unikat.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Zwei Herzen im Gleichtakt

Ludwig Oechslin, spiritus rector dieser und anderer Ausnahme Mechanismen, welche Ulysse Nardin nach langen Jahren der Abstinenz wieder ins Zentrum des uhrmacherischen Interesses rückten, gab zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch den entscheidenden Impuls für die erstmalige Verwendung eines Werkstoffs, den man bis dahin lediglich aus elektronischen Bauteilen kannte. Nicht nur deshalb verkörperte der 2001 lancierte „Freak“ eine echte Revolution. Seine neuartige „Dual Direct Hemmung“ machte Anker und Ankerrad ebenso entbehrlich wie Rubine zur Reibungsminderung und Öl zur Schmierung. Zwei Antriebsräder aus leichtem, hartem aber hoch elastischem und zudem völlig amagnetischem Silizium mit extrem glatten Oberflächen übertragen die Energie unmittelbar auf die Unruh.

Diese Armbanduhr, man kann es nicht anders sagen, bewirkte eine beispiellose Zeitenwende in der mechanischen Uhrmacherei. Anschließend war Ulysse Nardin auch die weltweit erste Uhrenmanufaktur, welche thermisch stabilisiertes Silizium für die Seele aller konventionell tickenden Armbanduhren verwendete. Gemeint ist die winzige, aber absolut unverzichtbare Unruhspirale. Dadurch gebührt Ulysse Nardin der Titel des Silizium-Pioniers in der mechanischen Uhrmacherei.

Freak Diamond Heart

Natürlich endeten die Forschungen nicht mit der Vorstellung des legendären „Freak“. Ganz im Gegenteil. Die Entwicklungsabteilung sah sich in besonderer Weise herausgefordert und entdeckte die Vorzüge von Diamant. in Uhrwerken. 2005 brachte den „Freak Diamond Heart“ und mit ihm erstmals Komponenten aus dem härtesten derzeit bekannten Material. Wegen der immensen Kosten entstand bis 2007 das deutlich preiswertere „DIAMonSIL“ genannt. Hier tragen Silizium-Hemmungsteile eine synthetische, nano-kristalline Diamantschicht. Diese Synthese steht reinem Diamant in Sachen Härte keine Spur nach.

InnoVision 1

In besagtem Jahr 2007 punktete Ulysse Nardin auch mit „InnoVision 1“. Die nachgerade spektakuläre Projektstudie glänzte durch insgesamt zehn verschiedenen Neuerungen. Mehrere hundert Jahre hatten Messing, Stahl und künstliche Rubine bei der Herstellung mechanischer Uhrwerke eine tragende Rolle gespielt. Nun jedoch zeigte Ulysse Nardin, dass die Zeit reif war, für ein ganzes Spektrum neuer Materialien und Fertigungstechnologien in einer Uhr. Dabei kam der Manufaktur die Technologie der selektiven Photolithographie sehr entgegen.

Gemeint sind „DRIE“ [Deep Reactive Ion Etching, Ionen-Ätzverfahren] und „LIGA“ [Lithografie, Galvanik und Abformung]. Jede für sich – nun aber auch erstmals vereint – bietet ungeahnte Möglichkeiten bei der Gestaltung von Uhrwerks-Komponenten. Damit stand Ulysse Nardin am Beginn eines langen Wegs in Richtung neuer Zeitmess-Horizonte. Mit der „InnoVision 2“, welche abermals durch zehn aufsehenerregende Innovationen besticht, erreicht die Manufaktur nun unter der Ägide von CEO Patrik Hoffmann beim Genfer Uhrensalon SIHH 2017 ein wichtiges Etappenziel.

InnoVision 2

Keine Frage: Die neue InnoVision 2 repräsentiert die aktuelle Quintessenz umfassender Kompetenz der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Ulysse Nardin. Das betrifft einerseits grundsätzliche konstruktive Merkmale wie den Selbstaufzug, das Schwing- und Hemmungssystem sowie die Zeitanzeige. Zum anderen aber auch die Verwendung zukunftsweisender Materialien und die Realisation modernster Fertigungstechnologien. Insgesamt zehn Innovationen machen diese Ausnahme-Armbanduhr, welche während des Genfer Uhrensalons SIHH 2017, an dem Ulysse Nardin übrigens erstmals in der Firmengeschichte teilnimmt, zu einem nachhaltigen Gesprächsthema.

www.ulysse-nardin.com