Starbucks – Eine Erfolgsgeschichte der internationalen Kaffeekultur.

Kaffee wird in vielen Ländern seit mehreren Jahrhunderten getrunken, in Deutschland handelt es sich sogar um das beliebteste Getränk mit einem knappen halben Liter pro Kopf pro Tag. In Deutschland hat sich der gute alte Filterkaffee jahrzehntelang gehalten und war vor allem in den privaten Haushalten die einzige Zubereitungsweise. Aus Italien kam in den siebziger Jahren Espresso mit Crema aus der Siebträgermaschine und der schicke Cappuccino. In Amerika wurden Milchshakes und Eiskaffees mit Eiscreme und Sahne in Diner Restaurants von Kellnerinnen auf Rollschuhen serviert. Und irgendwann in den späten achtziger Jahren kam ein schlauer Geschäftsmann namens Howard Schultz auf die Idee, das 1971 gegründete Kaffee-, Tee- und Gewürzgeschäft „Starbucks Coffee, Tea and Spice“ zu einem Café nach italienischem Vorbild zu entwickeln.

You call it Starbucks, i call it love.
BOND PROOFED

Individueller Kaffee

Hierzu kamen Elemente der amerikanischen Ess- und Trinkkultur, wie der Coffee to go, und über die Jahre wurde eine große Produktvielfalt herausgearbeitet. Gerade hier liegt der Reiz für viele Kunden: Jeder stellt sich seinen ganz individuellen Kaffee zusammen, der je nach Zutaten unterschiedliche Preise hat. Der Internet-Plattform Gutscheinsammler zufolge fallen für einen Schuss Sirup 70 Cent mehr an. Die Preise bei Starbucks sind dieser Erhebung zufolge auch stark unterschiedlich, gerade in der Schweiz ist Starbucks sehr teuer [148 Prozent teurer als in Kanada].

Weltweit über 25.000 Läden

Trotz höherer Preise für ein Kaffeegetränk ist das Konzept aufgegangen und heutzutage handelt es sich um ein millionenschweres Franchise-Unternehmen, das weltweit über 25.000 Läden hat und mehr als 238.000 Mitarbeiter beschäftigt. Starbucks hat zur Entwicklung der internationalen Kaffeekultur maßgeblich beigetragen, vor allem wegen seines schicken Image. Kaffeetrinken ist heutzutage angesagt, die langweilige Filtermaschine steht längst im Keller und in deutschen Haushalten haben eine Vielzahl an Kaffeeautomaten Einzug gehalten. Dieser Trend geht auf die Erfolgsgeschichte Starbucks und seiner Konkurrenten zurück, da diese den Kaffee zur Modeerscheinung gemacht haben.

Starbucks-App

Doch Starbucks ist noch lange nicht fertig und hat noch viel vor. Neben immer neuen Läden und Produkten setzt die Firma auch auf digitale Medien. Seit zwei Jahren gibt es eine Starbucks-App. Angefangen hat die Einführung in den USA, mittlerweile kann man auch in Deutschland mit dem Smartphone Bestellungen aufgeben und sogar bezahlen. Ein geplantes Update sowie Erweiterungen für dieses Jahr werden noch mehr intelligente Funktionen bieten, wie zum Beispiel die Spracherkennung zur Bestellung des Lieblingskaffees.

Starbucks-Gegner und Verfechter der „Third Wave of Coffee“

Doch nicht alle Kaffeeliebhaber gehen gerne zu Starbucks. Für eine eingefleischte Fangemeinschaft des authentischen, von Hand gerösteten Kaffees gibt es nichts Schlimmeres, als bei Starbucks auf einen Kaffee eingeladen zu werden, denn freiwillig würden sie dort niemals hingehen. Die Rede ist von der sogenannten „Third Wave of Coffee“, eine Bewegung, die ebenfalls aus den USA stammt und auch in Europa großen Anklang findet. Es geht um nachhaltigen, hochwertigen und authentischen Kaffee, deren Bohnen man bis zur Ernte zurück verfolgen kann. Industrielle Röstung ist für die Anhänger der Bewegung tabu, aus diesem Grund gibt es auch in Deutschland immer mehr kleine Spezialiätenröstereien. Die ganz hartgesottenen Kaffeekenner würden noch nicht einmal Milch in ihre Tasse geben, ganz zu schweigen von Sirup, Sahne und Schokoladenstückchen. Starbucks ist in ihren Augen Massenware und Kaffee-Pop: Süß und mächtig, so sind viele der beliebtesten Kaffeemischgetränke. Auch kommt immer wieder Kritik an der fehlenden Nachhaltigkeit und Fair Trade-Strategie des Unternehmens auf.

Aber letztendlich ist Kaffee Geschmackssache und jeder muss selbst entscheiden, wo er gerne Kaffee trinkt. Im Zweifelsfall schmeckt Tee auch sehr gut.